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Erleben Sie eine Zeitreise in die Vergangenheit des Blauen Ländchens im Regionalmuseum "Leben und Arbeiten"

 

Als der Heimatpflegeverein Blaues Ländchen 1982 den Grundstein für sein Museum in der ehemaligen Realschule der Blaufärberstadt legte, setzte er klare Ziele: Man wollte möglichst anschaulich darstellen, wie frühere Generationen lebten und arbeiteten. Dazu gehörte das Wohnen ebenso wie die Freizeitgestaltung, die Dorfschule ebenso wie alte Handwerksberufe und die Kleidung ebenso wie die Arbeit der vorwiegend bäuerlichen Bevölkerung im Wechsel der Jahreszeiten. Dabei war die Waldarbeit ähnlich wichtig wie die Brandbekämpfung, die Rolle der Nassauischen Kleinbahn für die Verkehrserschließung des westlichen Taunus durfte nicht unerwähnt bleiben, und natürlich musste gezeigt werden, womit Landkinder früher so spielten.

 

Von der Präsentation der Alltags- wie der Festtagskleidung war es nur ein kleiner Schritt bis zur Bearbeitung von Flachs und Wolle und weiter bis zum Färben, dem das „Blaue Ländchen“ seinen Namen verdankt. Besondere Aufmerksamkeit widmet das Museum auch der Geschichte der heimischen „Krugbäckerei“. Das heilkräftige Wasser der zahlreichen Mineralbrunnen füllte man früher in Tonkrüge, von denen viele im westlichen Taunus getöpfert wurden. Etwa 350 verschiedene Krüge aus deutschen und bömischen Badeorten, zahlreiche wertvolle Badegläser und viele Schautafeln mit teils schon sehr alten Ansichtskarten mit Brunnenmotiven gehören zu dieser weltweit größten öffentlich zugänglichen Spezialsammlung in eigens angefertigten Vitrinen.

 

Und noch eine weitere Rarität bietet das Museum: Im Jahre 1865 schrieb der jüdische „Sofer“ Jaakov Lissauer eine Thorarolle für die Nastätter Synagoge: die fünf Bücher Mose aus 304.805 Buchstaben. In der Reichspogromnacht 1939 verschwand dieses Heiligtum aus der verwüsteten Synagoge, tauchte auf mysteriöse Weise 2013 stark beschädigt wieder auf und fand mit Billigung des Wiesbadener Rabbiners eine neue Heimstatt im Regionalmuseum.

Noch bis in die Wirtschaftswunderzeit hinein hatte nahezu jedes Dorf  seine eigene Volksschule. „Zwergschule“ nannte man diese Bildungseinrichtung, in der ein Lehrer gleichzeitig acht Jahrgangsstufen zu unterrichten hatte. Die Dorfschule des Museums findet viel Interesse; ältere Besucher erinnern sich vielfach noch, und die jüngeren erfahren staunend, dass körperliche Züchtigungen damals durchaus zu den gängigen Erziehungsmethoden gehörten. Gelegentlich demonstriert eine pensionierte Lehrerin vor Gruppen und Schulklassen anschaulich, wie es einst in einer Dorfschule zuging.

 

Natürlich erfahren Sie auch, warum unsere Region „Blaues Ländchen“ heißt.